Schulprogramm

Im Folgenden sollen einige Bereiche vorgestellt werden, die in der pädagogischen Arbeit unserer Schule von besonderem Belang sind.

 

Pädagogische Weiterentwicklung

Das Thema Unterrichtsentwicklung steht im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit. Wir stellen uns den Forderungen nach einer grundlegenden Veränderung der Lernkultur.

Bereits seit 2006 arbeiten wir mit einem Schulentwicklungsprogramm, das durch Dr. Klippert vom Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstitut Landau (EFWI) entwickelt und nach entsprechenden Fortbildungen in unser Qualitätsprogramm implementiert wurde.

Sie systematische Methodenschulung im Unterricht wird seitdem forciert:

Unterrichtsmaterialien mit Schwerpunkt Methodenpflege und Eigenverantwortlichem Arbeiten wurden erstellt und werden regelmäßig überarbeitet und eingesetzt.

An festgelegten Trainingstagen, die in den Ablauf des Schuljahres integreiert sind, werden die grundlegenden Kenntnisse bezüglich Lern- und Arbeitstechniken, Kommunikationsfähigkeit und Gruppenarbeit vermittelt.

 

Arbeiten mit individuellen Lernplänen

Eine besondere Herausforderung ist es, sich der Notwendigkeit individueller Förderung leistungsschwächerer, aber genauso auch leistungsstarker Kinder im Klassenverband ohne zusätzliche Lehrkraft zu stellen.

Selbst zusätzliche Förderkurse, wenn sie denn angesichts knapper Personalressourcen überhaupt eingerichtet werden können, sind eher ungeeignet, um die sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen auszugleichen, zumal das Aussortieren einer Stigmatisierung und Entmutigung Vorschub leistet.

Uns hat eine Fortbildungsveranstaltung mit Ursula Eller und Wendelin Grimm von der Freiherr-vom-Stein-Schule ind Rodgau ermutigit, neue Wege zu gehen.

Im Grundsatz geht es um folgende Schritte:

In einer gemeinsamen Planung der Lehrerinnen eines Jahrgangs werden Lerninhalte und Jahrgangslernzeiel vereinbart. Um das Vorwissen und die Interessen der Kinder mit einzubeziehen, startet ein Thema 2-3 Wochen vor der eigentlichen Durchführung mit einer Mindmap. die Ideen und Kenntinisse der Kinder fließen in die Vorbereitungen der Lerneinheit ein. Die Lehrerinnen formulieren die Lernziele in einer Spannbreite von Minimal- bis Mayimallernzielen, wonach individuelle Ziele relativ einfach aufgeschlüsselt werden können. die anschließende Aufbereitung von einfachen bis hin zu anspruchsvollen Aufgaben mit den formulierten Zielen wird der Heterogenität der Klasse gerecht. Passendes, anregendes Material ist zur Verfügung zu stellen und - ganz wichtig: Freiräume für "Querdenker" sind für deren eigene Ziele offenzuhalten.

Die Kinder müssen wissen, was und warum sie lernen; sie kennen die Ziele und wissen, was sie am Ende der Einheit können sollen. Mutmacher und andere Formen der Rückmeldung begleiten die Kinder auf ihrem Lernweg zwischen Pflicht- und freiwilligen Arbeiten. Vielfältige Formen, um Lerzuwächse zu präsentieren, werden genutzt, um wichtige Lerninhalte immer wieder auch gemeinsam zu klären.

Fühlen die Kinder sich dazu in der Lage, melden sie sich zu einer Überprüfung ihrer Kenntnisse an. Zeigen sich dabei noch Wissenslücken, kann nachgearbeitet und wiederholt werden.

 

Literaturempfehlung:

Ursula Eller / Wendelin Grimm, Individuelle Lernpläne für Kinder - Grundlagen, Ideen und Verfahren für die Grundschule, Beltz Verlag Weinheim und Basel 2008 (ISBN 3-407-62596-0)

Rechtschreibunterricht

Im Rahmen der konzeptionellen Schulentwicklung hat das Kollegium unserer Grundschule ein Rahmenkonzept für den Rechtschreibunterricht erarbeitet. Zum besseren Verständnis geben wir hier ein paar grundsätzliche Informationen:

 

Die Schwierigkeit bei der Planung des Rechtschreibunterrichts besteht in der Frage:

 Wen erreicht man mit welchen Übungen?

 Wer braucht welche Übungen?

 Macht man sicherheitshalber mit allen Kindern dieselben Übungen, in der Hoffnung, dass grundsätzlich jedem jede Übung gut tut?

 

Unstrittig ist, dass viele, wenn nicht gar die meisten Kinder Rechtschreibschwierigkeiten haben. Trotzdem spricht vieles dafür, dass eine unspezifische, für alle gleiche Förderung diesen Kindern nicht gerecht wird.

 

Vielmehr gilt es ein Förderkonzept zu entwickeln, das individuell ausgerichtet ist, weil aus der Forschung im Bereich des Schriftspracherwerbs bekannt ist, dass Kinder sich schrittweise individuell der Schriftsprache in Phasen annähern.

 

Aus diesem Grund erstellen wir für jedes Kind eine qualifizierte Lernstandsbestimmung (Fehleranalyse), die die Annäherung an die rechtschriftliche Norm und die Ausbildung und Anwendung grundlegender Rechtschreibstrategien erfasst. Jedem Kind und seinen Eltern wird sein individueller Fehlerschwerpunkt in einem Rechtschreibpass mitgeteilt.

Danach setzen wir mit gezieltem individuellem Üben ein: Die Kinder üben an ihren Fehlerschwerpunkten regelmäßig in der Woche zu festgelegten Zeiten, z.B. mit Hilfe der allen Kindern zur Verfügung stehenden 5-Fächer-Lernkartei. Zusätzliche Übungsangebote erhalten sie gezielt von ihren Lehrerinnen. Nach einigen Wochen Übungszeit erfolgt jeweils eine Erfolgskontrolle zum bearbeiteten Fehlerschwerpunkt.