Von spuckenden Alpakas und der selbstbewussten Schimmelstute Gerda

„In Hargesheim gibt es Alpakas!“ Mit dieser völlig „unschuldigen“ Bemerkung en passant hatten die Kinder den Anlass dazu gegeben, einmal nach einem Buch über eben diese Tiere zu schauen. Und da es ja förmlich nichts gibt, was es nicht gibt, fiel der Blick bereits wenige Tage später auf „d(D)ie wilde Alpaka-Bande. Zicke, zacke, Spuck-Attacke!“ der Autorin Sandra Grimm. Illustratorin Sabine Rothmund ergänzte das Werk durch wundervolle Bilder dreier Alpakas, die zunächst einmal Protagonistin Emmi und ihren kleinen Bruder Paul durch ihre „flauschig-wollige(n) Popos“ begeistern. Noch ahnt niemand, welche Abenteuer ins Haus stehen, denn Poldi, „er ist entspannt“ und „immer hungrig“, Coco, „sehr neugierig, lässt sich gern streicheln, ist aber manchmal echt laut“, und Olga, „mutig, öfter mal bockig. Und mit kaltem Wasser hat sie’s nicht so“, bringen Leben in die Bude. Wenn ihnen etwas nicht gefällt, zeigen sie dies deutlich. Doch Onkel Fredi, Wissenschaftler und immer auf der Suche nach Neuem, womit er die Welt erobern kann, kommt zu Besuch. „Und jetzt habe ich Tomaten gezüchtet, die mir mitteilen, wenn ihnen kalt ist“, (…). „Dann werden sie blau. Und wenn sie Durst haben, sagen sie es mir auch.“ Seine Familie mag nicht glauben, was sie da hört, aber Fredi ist nicht gekommen, um sich kampflos zurückzuziehen. Soll sein Bruder doch zweifeln, er wird es ihm schon zeigen. Tja, und tatsächlich, plötzlich macht die kleine Emmi eine Beobachtung, die alles auf den Kopf stellt. „Emmi blickt auf. Hat das Alpaka gerade gesprochen? Doch Poldi malmt nur auf ein paar Heuhalmen herum. Sie träumt wohl noch. Emmi schmiegt sich wieder an ihn. (…) ,Jetzt schnupperst du selbst. Ich nenn dich ab jetzt Schnupperheini‘, sagt Coco zu Poldi. Emmi macht einen Schritt zurück.“ Was soll Emmi in diesem Moment denken? Sprechende Alpakas bei ihr zuhause? Die Geschichte nimmt an Fahrt auf, doch soll hier nicht allzu viel vorweggenommen werden, um die Spannung aufrechtzuerhalten. Dieses Kinderbuch, erfrischend geschrieben, die Tiere haben ganz eigene Charaktere, sind liebevoll gezeichnet und haben genauso viele Flausen im Kopf wie junge Menschenkinder, berührt, lässt lachen und bringt die Welt der Alpakas ganz nah. Diese Zeilen mit einer Bastelaufgabe zu verbinden, bietet sich an. Und so haben die Jungen und Mädchen der 2a das Büchlein mit dem Erstellen niedlicher Alpakas kreativ erarbeitet. In die Tiere hinein sind bunte Bänder gewoben worden, sodass sie aussehen wie in ihrer Heimat, den südamerikanischen Anden. Die Kinder der 2b wiederum haben aus Papptellern wunderschöne Alpakas selbst hergestellt und mit farbigen Schnüren, kleinen Herzen und bunten Pompons verziert. Ein großer Spaß für alle!

Aber auch die Schimmelstute Gerda in Ellie Mattes‘ Kinderbuch „Chaos auf vier Hufen“, kindgerecht von Anna Galitskaya illustriert, erlebt so manches Abenteuer. Dieses Werk ist von einer wahren Geschichte inspiriert worden. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an die schneeweiße Araberstute Jenny, die vor wenigen Jahren täglich stundenlang ohne Reiter oder Begleitung am Mainufer und durch die Straßen im Frankfurter Stadtteil Fechenheim spazierte. Jenny war eine wirkliche Attraktion, bis sie 2022 27-jährig verstarb. Diese Stute bildet die Grundlage für Gerda, die von Opa Joppe nicht alleine gelassen wird. Pferde mögen nämlich nicht alleine sein. Enkelin Romy missfällt das Verhalten ihres Opis, sie hat, wenn sie ehrlich zu sich ist, Angst vor dem Tier. Sie spielt lieber Fußball und zeigt sich hierin ganz schön ehrgeizig. Ihre beste Freundin Ida jedoch, die Romy zuliebe mit zum Fußballtraining geht, verliebt sich direkt in Gerda und möchte am liebsten immer bei der Stute sein. „Daher wunderte Romy sich jetzt auch kein bisschen darüber, dass ihre beste Freundin sofort zum Gerda-Ungeheuer ging und ihr den ungeheuerlichen Gerda-Hals streichelte, als wäre das das Schönste auf der Welt. Als Antwort wackelte das Ungeheuer mit den rosaroten Nüstern, um an Ida zu schnuppern. Dasselbe wollte es auch bei Romy machen, doch die wich schnell zurück.“ Romy muss mit einem Mal alleine zum Training, Ida hingegen schwärmt ihr nur noch von Gerda vor – und Opa Joppe? Nun, er kommt auf die tollste Idee von allen, denn er schreibt ein Schild, auf dem steht: „Hallo, ich bin Gerda und wohne auf dem Joppehof. Keine Sorge, ich bin nicht ausgebüxt. Ich gehe nur spazieren.“ Das soll die Stute tragen, wenn sie sich wieder auf einen ihrer besonderen Spaziergänge begibt. Die Polizei muss dann auch nicht mehr informiert werden, denn jeder weiß Bescheid. „Das Ungeheuer zögerte nicht lange. Es guckte einmal nach links und einmal nach rechts, ehe es samt Schild durchs Tor marschierte und sich vergnügt vom Acker machte. Ka-lapp, Ka-lapp, und weg war es.“ Ob Gerda Romy eines Tages beim Fußballspielen besucht? Das soll nicht verraten werden, die Kinder der 2b aber hörten der Geschichte rund um die furchtlose Gerda gebannt zu. Dass im Anschluss an das Vorlesen gebastelt wird, wissen die Kinder. Daher liegen die Buntstifte, der Kleber und der Radiergummi bereit, um schnell zum Einsatz zu kommen. Dieses Mal erstellten die Schüler das Bild einer Stute, die sie aus ihrem Stallfenster anblickt und sich freut, bei ihnen sein zu dürfen. Eine weiche Mähne darf natürlich auch hier nicht fehlen!