Der runde Tisch
In allen Klassen stehen runde Tische, die das Zentrum des Klassenraums und der täglichen Arbeit bilden. Hier findet unser tägliches Morgenritual – der „Herzenskreis“ – statt. Alltagsfragen, die die Kinder aus ihrem außerschulischen Erleben mitbringen, können hier aufgegriffen werden.
Außerdem werden dort viele inhaltliche Themen im Unterrichtsgespräch gemeinsam erarbeitet.
Dieser zusätzliche Arbeitsplatz wird überdies genutzt, wenn Kinder Hilfestellung durch Lehrer*innen oder Mitschüler*innen benötigen.
Auch das gemeinsame Frühstück findet dort statt.
Streitschlichtung (Bensberger Mediations-Modell)
Überall, wo Menschen miteinander leben und arbeiten, kann es zu Konflikten kommen. Diese kann man nicht verhindern, aber es ist möglich, einen konstruktiven Umgang damit zu erlernen.
Das BMM bietet den Schüler*innen in Form eines Trainingsprogramms Regeln, Rituale sowie Sprach- und Handlungsmuster zur Konfliktbewältigung an.
So werden z.B. Streitgespräche – zunächst mit Hilfe einer Lehrkraft – in einer festgelegten Reihenfolge durchgeführt. Später werden auch Kinder aus höheren Klassenstufen zu Streithelfer*innen ausgebildet.
Im allmorgendlichen Herzenskreis können die Kinder in der Schule ‚ankommen‘. Sie begrüßen sich gegenseitig und berichten, wie es ihnen aktuell geht und was sie bewegt.
Dadurch lernen sie zunehmend, auch die Befindlichkeiten anderer wahrzunehmen.
Hirnforscher sagen uns, dass Menschen, die sich nicht wahrgenommen sehen, leicht in eine Art Ausnahmezustand geraten können. Bei den einen äußert er sich in Rückzug und Trauer, bei anderen in Enttäuschung und Wut.
Wer sich wahrgenommen und angenommen fühlt, kann rücksichtsvoller und wertschätzender mit anderen umgehen.
Offenes Arbeiten im Anfangsunterricht
Wenn die Kinder mit etwa sechs Jahren in die Grundschule kommen, verfügen sie über sehr unterschiedliche Fähigkeiten und Lernvoraussetzungen. Um diesen heterogenen Anforderungen gerecht zu werden, gestalten wir unseren Anfangsunterricht in offener Form.
Dazu zählt u.a. auch die Arbeit mit der Anlauttabelle nach dem Ansatz „Lesen durch Schreiben“ von Jürgen Reichen, die es den Kindern ermöglicht, in ihrem individuellen Tempo schreiben und lesen zu lernen.
Durch das freie Schreiben werden die Kinder zum selbstgesteuerten Arbeiten angehalten. Sie erleben durch das Verschriften eigener Inhalte, dass sie sich mitteilen können, und können das Lernen zu ihrem ‚Projekt‘ machen.
Ein verbindendes Element ist das gemeinsame Thema aus dem sachunterrichtlichen Bereich (z.B. Apfel, Herbst, Licht und Schatten, …), zu dem jedes Kind auf seinem Niveau und mit seinen besonderen Fähigkeiten seinen Beitrag leisten und von den Beiträgen der anderen profitieren kann.
Bereits im Lauf des ersten Schuljahres findet für jedes Kind Rechtschreiberziehung statt, die sich zum einen am persönlichen Leistungsstand des Kindes orientiert, aber auch für alle Kinder gleichermaßen relevante Rechtschreibthemen behandelt.
Methodenschulung
Schule soll nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern Kinder auch befähigen, selbstständig und im Team zu arbeiten und dabei verschiedene Methoden anzuwenden.
Dabei orientieren wir uns seit 2006 an dem Schulentwicklungsprogramm, das durch Dr. Klippert vom Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstitut Landau (EFWI) entwickelt und nach entsprechenden Fortbildungen in unser Qualitätsprogramm implementiert wurde.
Im Laufe des Schuljahres werden durch festgelegte Trainingstage grundlegende Kenntnisse bezüglich Lern- und Arbeitstechniken, Kommunikationsfähigkeit und Gruppenarbeit vermittelt.
Mit Beginn des Schuljahrs 2019/20 haben wir begonnen, diese Ausbildung zu erneuern, indem wir an einem weiteren 2-jährigen Kurs teilnehmen.
Wochenstartversammlung
Ein schöner Brauch an unserer Schule ist seit vielen Jahren der gemeinsame Wochenstart am Montagmorgen. Ins Leben gerufen wurde er als weiteres gemeinschaftsförderndes Element und im Sinne eines ersten Schrittes auf dem Weg zu einer demokratischen Beteiligung der Schüler*innen
Die Schulgemeinschaft versammelt sich im Mehrzweckraum, um Geburtstagskinder zu feiern, das „Kind der Woche“ zu ehren, einen Ausblick auf die Aktivitäten der Woche zu geben und aus einem Buch vorgelesen zu bekommen.
„Kind der Woche“ kann man nur auf Vorschlag der Schulgemeinschaft werden. Schüler*innen und Lehrer*innen können schriftliche Vorschläge einreichen.
PC-Unterricht
Bereits seit 2012 werden an unserer Schule ab dem zweiten Schuljahr nach einem selbst erarbeiteten Curriculum Grundkenntnisse im Umgang mit dem Computer vermittelt.
Mit dem Malprogramm „Paint“ und dem Schreibprogramm „LibreOffice Writer“ werden unterschiedliche Techniken geübt. Das Internet wird als Recherchemöglichkeit für Sachthemen genutzt. Aber auch über die kritische Nutzung des WWW wird gesprochen. Alle erarbeiteten Kenntnisse sammeln die Schüler*innen in einem Portfolio.
Seit dem Schuljahr 2019/2020 ist dies nun an rheinland-pfälzischen Schulen Pflicht. Medien sollen selbstverständlich in den Unterricht integriert werden. So sollen z.B. einfache Formen der Textverarbeitung, Präsentationsmöglichkeiten und auch Grundlagen des Datenschutzes vermittelt werden. Auch soll das Internet als Möglichkeit der Informationsbeschaffung kennengelernt werden, wozu auch gehört, die gefundenen Informationen und die jeweiligen Quellen kritisch zu hinterfragen.
Um für das überzeugende Konzept auch entsprechendes Equipment anschaffen zu können, hat sich die Grundschule Hargesheim bei „Medienkompetenz macht Schule“ beworben und wurde zum Schuljahr 2020/2021 ausgewählt. Damit verbunden ist ein finanzieller Zuschuss von € 7500.
Zeitnah werden nun iPads angeschafft. In Kombination mit Smart-TVs sollen diese selbstverständlicher Bestandteil unseres Unterrichts werden.
Sport-Förderunterricht
An unserer Grundschule gibt es das Sport-Förder-Angebot für Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten (z. B. Wahrnehmungsschwächen, einer eingeschränkten motorischen Leistungsfähigkeit, Bewegungsunlust, mangelnder Gruppenintegration, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefiziten, Adipositas). Profitieren können aber auch Kinder mit einem geringen Selbstkonzept.
Im Sportförderunterricht können die Mädchen und Jungen einmal pro Woche auf kindgemäße und spielerische Weise vielfältige Bewegungs- und Körpererfahrungen sammeln, die sich positiv auf die gesamte Entwicklung, vor allem aber auf die Wahrnehmungsfähigkeit, die Koordination, auf das Herz-Kreislauf-System und auf die Haltung auswirken.
Angesprochen werden Eltern, deren Kinder von der Schulärztin oder von der Klassen- bzw. von der Sportlehrerin für die Förderung vorgeschlagen werden. Auch Eltern haben selbstverständlich ein Vorschlagsrecht.
Hier können Sie das Anmeldeformular herunterladen.
Schulgarten
Auf Initiative von Frau Rabold und Herrn Gauza gibt es seit letztem Jahr an unserer Schule einen kleinen Schulgarten. Ein naturgemäß gestalteter Schulgarten ist ein Lern- und Erlebnisraum, der auffordert, auf Entdeckungsreise zu gehen. Er lädt ein zum Beobachten, Staunen, Erforschen, Spielen, Arbeiten und Genießen. Die Arbeit im Schulgarten ermöglicht ganzheitliches Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ und schafft einen Ausgleich zum kognitiven Lernen.
In einer Zeit, in der der Bezug zur Natur zunehmend verloren geht, ist es wichtig, Kindern und Jugendlichen unsere natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen. Im Schulgarten können die Kinder Kreisläufe der Natur erfahren: Sie pflanzen Saatkartoffeln, beobachten das Wachstum der Kartoffelpflanze, ernten die Kartoffeln und bereiten diese zu. So wurden z.B. im Herbst 2020 in jeder Klasse unterschiedliche Aktionen rund um die Kartoffel durchgeführt. Von Waffeln über Suppe bis hin zu Kartoffeldruck wurde die Kartoffelernte sinnvoll verbraucht.
Der Schulgarten soll jedoch nicht nur ein Nutzgarten sein. Er soll auch Lebensräume für Tiere schaffen. So soll in Zukunft eine kleine Trockenmauer aus Natursteinen errichtet werden, die Unterschlupf für wärmeliebende Eidechsen bietet.