Reisen mit dem kleinen Eisbär Lars und den Wasserschweinen Emmy, Raul und Tristan
Wundervolle Bücher für Kinder befinden sich zweifelsohne auf dem Markt und wollen von kleinen Leserinnen und Lesern nur entdeckt werden. Immer mehr Buchhandlungen gehen dazu über, das Schmökern mit Spiel- und Abenteuererlebnissen zu verknüpfen, sodass keine Langeweile aufkommt und jeder das findet, was ihr oder ihm am liebsten ist.
Hans de Beers liebevoll geschriebenes und illustriertes Bilderbuch „Kleiner Eisbär. Wohin fährst du, Lars?“ ist eines von denen, die man am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Gemeinsam mit den Kindern der 2b und Klassenlehrerin Andrea Becker darin zu blättern, die Sorgen, Nöte und auch Freuden des kleinen Eisbärkindes Lars auf sich wirken zu lassen und abschließend das Gehörte auch gestalterisch zu erarbeiten, ist ein großes Anliegen der Lesepatin Claudia Römer. Wie schön ist es, dabei an einem runden Tisch zu sitzen, sich anschauen zu können und auf Fragen und Zwischenkommentare direkt reagieren zu dürfen! Es ist eben nicht alltäglich, dass ein Eisbärjunge über Nacht von seinem Vater und seiner kalten Heimat am Nordpol getrennt wird und plötzlich und unvorbereitet in einem warmen und grünen Land aufwacht. Doch in Hippo, dem Flusspferd, Drago, dem Adler, und Orka, dem Wal, findet Lars ganz schnell gute Freunde, die ihm helfend unter die Pfoten greifen. Und dann ist er recht schnell wieder da, wo er am liebsten ist, bei seinem Papa, den Lars schmerzlich vermisst hat. Zu erzählen hat er viel, von Geschehnissen, Tieren und Landschaften, von denen er nicht wusste, dass es sie gab. Das Basteln von einzigartigen Eisbären aus Papptellern und Wattebäuschen bereitete allen Kindern große Freude. Mit Feuereifer waren die Mädchen und Jungen, sogar der sie begleitende Praktikant Leonard, bei der Sache und am Ende bewunderten sie ihre fertigen Tiere, die allesamt ihre ganz eigene Persönlichkeit entfalten durften.

„Wie, du weißt nicht, was Capybaras sind?“, war eine häufig gehörte Frage in den vergangenen Wochen. „Capybara, Capybara…“ Nein, es öffnete sich keine Schublade, in der der Begriff jemals gefallen sein könnte. Um es vorwegzunehmen, Capybaras sind Wasserschweine und somit eine Säugetierart aus der Familie der Meerschweinchen. Sie sind die größten heute lebenden Nagetiere, putzig anzuschauen und meist im Wasser zuhause. Autor Matthäus Bär widmete ihnen gemeinsam mit Illustratorin Anika Voigt ein Buch mit dem vielversprechenden Titel „Drei Wasserschweine brennen durch“. „Wohin denn?“, fragt man sich da unvermittelt und schließt die nächste Überlegung an: „Wer sind diese Wasserschweine?“ Nun, sie heißen Emmy, Raul und Tristan, leben mit ihrer Herde auf einer Wiese im Zoo und könnten rundum zufrieden sein. Doch Raul ist auf der Suche nach dem „Mehr“. „,Das kann doch nicht alles sein‘, schnaubte Raul. ,Es muss einfach mehr geben.‘ Zornig stampfte er auf den hart getrampelten Boden. ;Im Schlamm liegen, aufs Futter warten, fressen, ausruhen, baden, (…), schlafen, übrig gebliebenes Futter suchen, ein wenig faulenzen, noch einmal fressen und wieder schlafen. Das kann es doch nicht gewesen sein.‘ Die anderen Wasserschweine sahen ihn verständnislos an.“ Mit diesen Worten setzte das forsche Capybara etwas in Bewegung, wovon niemand je geträumt hätte, auch nicht die Schüler der 3b und ihrer Klassenleiterin Sonja Hexel. Gemeinsam erobern sich die Tiere jeden Tag ein wenig mehr vom „Mehr“, von Freiheit und Selbstbestimmung. Die zum Vorlesen mitgebrachten Capybara-Kuscheltiere, das niedliche Schnapp-Capy fürs Handgelenk und die passenden Sticker und Bastelmaterialien begeisterten die Mädchen und Jungen sofort und schnell war man bei der Arbeit. Wie konnte man das Wasserschwein noch ein bisschen hübscher werden lassen? Wohin gehört das Gras? Kann man den Apfel auch auf den Rücken kleben?

Interaktion ist sofort gegeben. Das Vorlesen und Zuhören macht gleichermaßen viel Freude und dann in die Augen der Kinder zu schauen und zu sehen, was Eisbär und Capybara auslösen, bedeutet Glück und Dankbarkeit! Freundschaft, Zusammengehörigkeit und Verantwortung füreinander: Dafür stehen beide Bücher.